Trauma und Traumafolgen.

Extrem bedrohliche oder überwältigende Erfahrungen können das Erleben von Sicherheit nachhaltig erschüttern. Wenn Erinnerungen, Vermeidung und anhaltende Alarmbereitschaft nicht zurückgehen, kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine andere Traumafolgestörung entwickeln.

Wenn die Vergangenheit gegenwärtig bleibt

Starke Reaktionen in den ersten Tagen und Wochen nach einem traumatischen Ereignis sind zunächst nicht ungewöhnlich und klingen bei vielen Menschen wieder ab. Bleiben die Beschwerden bestehen oder nehmen sie zu, können sie den Alltag, Beziehungen und das eigene Selbstbild erheblich beeinträchtigen.

Typisch für eine posttraumatische Belastungsstörung sind das ungewollte Wiedererleben des Ereignisses, die Vermeidung damit verbundener Gedanken oder Situationen und ein anhaltendes Gefühl von Bedrohung. Nach schweren, langandauernden oder wiederholten Traumatisierungen können zusätzlich Schwierigkeiten mit der Gefühlsregulation, ein negatives Selbstbild und Probleme in Beziehungen auftreten.

  • Aufdrängende Erinnerungen, Albträume oder Flashbacks
  • Vermeidung von Gedanken, Gefühlen, Orten oder Situationen
  • Erhöhte Wachsamkeit, Schreckhaftigkeit und innere Anspannung
  • Schuld, Scham, emotionale Leere oder Schwierigkeiten mit Nähe und Vertrauen

Sicherheit, Selbsterkenntnis und Flexibilität

Das Vorgehen richtet sich nach der Art der Erfahrungen, den aktuellen Beschwerden und Ihrer persönlichen Situation. Bei einer PTBS wird gemeinsam geprüft, welches traumafokussierte Vorgehen fachlich angezeigt ist. Schematherapie und ACT können die Behandlung gezielt ergänzen.

01

Orientierung und Sicherheit

Zu Beginn werden Beschwerden, Auslöser, vorhandene Ressourcen und die aktuelle Sicherheit sorgfältig eingeordnet. Sie erhalten ein verständliches Modell Ihrer Reaktionen und entwickeln Möglichkeiten, mit hoher Anspannung, Erinnerungen und Krisensituationen umzugehen.

02

Schematherapie

Die Schematherapie fördert Selbsterkenntnis: Traumatische Erfahrungen können tiefe Muster von Schuld, Scham, Misstrauen oder Wertlosigkeit prägen. Diese Zusammenhänge werden verständlicher, während ein mitfühlenderer und schützender Umgang mit verletzlichen inneren Anteilen aufgebaut wird.

03

ACT

ACT stärkt psychische Flexibilität. Belastende Erinnerungen, Gedanken und Gefühle werden wahrgenommen, ohne dass Vermeidung das Leben dauerhaft einengt. Schrittweise kann wieder mehr Raum für Beziehungen, sinnvolle Aktivitäten und ein Handeln entstehen, das sich an den eigenen Werten orientiert.

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