Angststörungen.

Angst ist eine wichtige Schutzreaktion. Bei einer Angststörung wird sie jedoch übermäßig stark, hält über längere Zeit an oder tritt in Situationen auf, die objektiv wenig gefährlich sind. Vermeidung kann den Alltag dann zunehmend einschränken.

Wenn Angst das Leben bestimmt

Angststörungen können sich sehr unterschiedlich zeigen. Dazu gehören anhaltende und schwer kontrollierbare Sorgen, wiederkehrende Panikattacken, ausgeprägte Ängste in sozialen Situationen oder starke Furcht vor bestimmten Orten, Situationen oder Objekten. Häufig treten körperliche Reaktionen wie Herzklopfen, Atemnot, Schwindel, Zittern oder starke Anspannung hinzu.

Kurzfristig kann Vermeidung entlasten. Langfristig bestätigt sie jedoch häufig die Erwartung, eine Situation sei gefährlich oder nicht zu bewältigen. Deshalb werden neben den Auslösern auch Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten, körperliche Beschwerden, persönliche Erfahrungen und mögliche andere Erklärungen sorgfältig eingeordnet.

  • Anhaltende Sorgen und schwer kontrollierbares Grübeln
  • Panikattacken oder Angst vor erneuten Angstanfällen
  • Furcht vor Bewertung, Ablehnung oder Kontrollverlust
  • Vermeidung angstauslösender Situationen und zunehmende Einschränkungen

Neues Lernen, Selbsterkenntnis und Flexibilität

Das Vorgehen richtet sich nach der jeweiligen Angststörung und Ihrer persönlichen Situation. Verhaltenstherapeutische Übungen werden mit einem besseren Verständnis innerer Muster und einem flexibleren Umgang mit Angst verbunden.

01

Verstehen und erproben

Sie lernen, wie Angst, körperliche Reaktionen und Vermeidung zusammenwirken. Angstauslösende Situationen können anschließend schrittweise und planvoll aufgesucht werden. So entstehen neue Erfahrungen: Angst ist aushaltbar und Situationen können anders bewältigt werden als bisher.

02

Schematherapie

Die Schematherapie fördert Selbsterkenntnis. Wiederkehrende Muster von Verletzlichkeit, Misstrauen, Abhängigkeit, Scham oder hohen Ansprüchen werden verständlicher. Dadurch können alte Schutzstrategien erkannt und passendere Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden.

03

ACT

ACT stärkt psychische Flexibilität. Ziel ist nicht, jede Angst sofort zu beseitigen, sondern ihr weniger Kontrolle über das eigene Leben zu geben. Gedanken und Körperreaktionen dürfen wahrgenommen werden, während wichtige und werteorientierte Schritte trotzdem möglich werden.

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